Welpen-Alarm! Yuki’s Trächtigkeits-Tagebuch

Wie in meinem letzten Beitrag versprochen möchte ich nun den Verlauf von Yuki’s Trächtigkeit hier mit euch teilen. Unsere Erfahrung zu den einzelnen Trächtigkeits-Wochen und Tagen ergänze ich mit ein paar wissenschaftlichen Fakten, um den Prozess ein wenig anschaulicher zu machen. Wer sich einen genaueren Überblick machen möchte, kann sich HIER schlau machen.
Also: Alles begann am Tag des Deckaktes, einem nebeligen Dienstag, Tag 1…

Woche 1

Tag 1 – Der Deckakt

Schon lange vor dem eigentlichen Termin, habe ich mich um einen passenden Deckrüden für Yuki gekümmert. Da mein „Zucht-Ziel“ die seltene Kreuzung der Bolonoodle ist und Yuki eine Bichon Bolognese Hündin ist, musste – na wer errät’s? – ein Zwergpudel Rüde her. Wichtig war mir dabei, neben selbstverständlichen Voraussetzungen wie beste Gesundheit und Wesensfestigkeit des Rüden, die Fellfarbe. So fiel meine Wahl – nach reiflicher Überlegung und Beratung mit Yuki’s Züchterin – auf Charly, einen schoko-braunen Rüden. Charly wohnt auf einem kleinen Bauernhof etwa zwei Stunden Fahrt von Frankfurt entfernt. Aufgrund der Entfernung entschied ich mich, dass es nur einen Deckakt geben würde. Zu eurer Information: Viele Quellen empfehlen, die Hündin, mindestens zwei Mal decken zu lassen um die Chancen einer Befruchtung zu verbessern. Doch wenn man den richtigen Tag der Läufigkeit erwischt und die Götter einem gewogen sind, kann ein Deckakt durchaus ausreichen.

Ich wählte den 12. Tag der Läufigkeit als Decktag aus. Mit Yuki im Gepäck fuhren wir also zu Charly. Nachdem Yuki und Charly sich ordentlich beschnüffelt und ein wenig gespielt hatten, wurde es dann ernst. Details hierzu könnt ihr gerne euren Biologiebüchern entnehmen; von mir nur so viel: Die Vermählung von Yuki und Charly lief wie am Schnürchen und bevor wir uns versahen, waren wir auch schon wieder auf der Heimfahrt. Die Spannung war groß: Ob der Deckakt wohl Früchte tragen würde?…

Tag 2 bis 14

Die Wissenschaft sagt:

Am zweiten Tag wandert das Sperma zu den Eileitern.

Und Yuki so:

„Ich merke davon nichts“. Und ich merkte erst recht nichts. Während laut Google die Spermien die Eileiter, in denen sich die reifen Eizellen befinden, erreichten (Tag 3), die Eizellen befruchtet wurden (Tag 4), die befruchteten Eizellen ihre Wanderung in die Gebärmutter starteten ( Tag 4- 6), sich zu Blastocyten entwickelten (Tag 8 – 12) und schließlich an ihrem Ziel, der Gebärmutter, ankamen (Tag 13), gingen Yuki und ich unserem normalen Alltag nach – ohne irgend ein Anzeichen einer Trächtigkeit.

3. Woche

Auch die dritte Woche, in der viele Hündinnen von Übelkeit, Müdigkeit und Appetitlosigkeit geplagt werden und häufig einen zähflüssigen Schleim absondern, der als „das Zeichen“ für eine erfolgreiche Deckung gilt, verstreicht ohne eine Veränderung.

4. Woche – Erste Anzeichen?

Tag 22

Erst mit dem 22. Tag und dem Beginn der vierten Woche – als ich quasi kurz davor, war die Hoffnung aufzugeben (dramatische Hintergrundmusik setzt ein) – passierte etwas, das meine Aufmerksamkeit weckte: Yuki, mein verfressener weißer Pompom von einem Hund, verweigerte zum allerersten Mal in ihrem Leben ihr Futter. Auch in den nächsten Tagen mochte Yuki ihr übliches Futter nicht essen und tat sich stattdessen gütlich an ihrem nach wie vor heiß geliebten Hüttenkäse.

Tag 27

Am 27. Tag meinte ich ein wenig Schleim an Yuki’s Vulva zu erkennen – doch nur für einen kurzen Moment , denn Yuki ist ein äußerst sauberer Hund und putzte alle Anzeichen flink mit ihrer Zunge fort. Am gleichen Tag litt Yuki unter Übelkeit. Die Anzeichen häuften sich also – doch richtig sicher sein konnte ich mir noch nicht. Was, wenn ich mir das alles nur einbildete? An diesem Punkt war die Spannung für mich eigentlich kaum noch auszuhalten…

Zwischenfrage:

Woher kommt es eigentlich, dass eine trächtige Hündin in dieser Zeit plötzlich kaum noch Appetit hat und häufig auch unter Übelkeit leidet?

Die Wissenschaft sagt:

Die Welpen erreichen die Gebärmutter und nisten sich dort ein. Diese Bewegungen im Magen führen bei der Hündin oft zu Übelkeit und dem Verlust des Appetits. Später, wenn die Welpen wachsen, ist der Druck auf den Magen der Hündin so groß, dass sie nur noch kleine Mahlzeiten aufnehmen möchte.

6. Woche

Tag 36 – Ultraschall

Am 36. Tag schnappte ich mir dann Yuki und wir statteten dem Tierarzt einen Besuch ab. Der Ultraschalltermin stand an. Ich fühlte mich wie ein kleines Kind, das auf das Christkind wartet – die Spannung war quasi greifbar. Und dann stand es fest: Auf dem Ultraschall waren vier kleine Welpen zu erkennen – mit riesigen Köpfen und in Lichtgeschwindigkeit schlagenden Herzen. Die Freude war riesig. Yuki, die die Aufregung nicht wirklich verstand, erfreute sich an ein paar Leckerlies von der Tierarzt-Helferin und wir marschierten glücklich nach Hause, um die frohe Kunde zu verbreiten.

Achtung an alle Grammatik-Füchse da draußen : Ab sofort geht es im Präsens weiter:

Tag 39 – Futterumstellung

Yukis Bauch wächst in die Breite – ihre sonst so schmale Taille verschwindet langsam. Yuki ist nach wie vor fit. Wir gehen weiter im Wald und auf dem Feld spazieren. Das einzige, was sich nun ändert: Yuki’s Futter; Während Yuki in den ersten fünf Wochen ihrer Trächtigkeit Welpenfutter bekam, füttere ich ihr ab sofort ein spezielles Futter für tragende und lackierende Hündinnen. Zusätzlich bekommt Yuki Hüttenkäse, Ziegenjoghurt, Haferflocken, Eier, Linsen und Möhren sowie das ein oder andere Stück Geflügelleber. Dies sind alles hervorragende Protein-Lieferanten und schmecken außerdem einfach nur fantastisch.

Tag 40

Yuki schläft jetzt gerne mal etwas länger. Außerdem hat sie gewaltig Durst!

Woche 7

Tag 42

Yuki möchte nun nicht mehr so viel spielen wie sonst. Draußen ist sie aber nach wie vor fit wie ein Turnschuh. Meine Freundin Paula und ich bauen eine Wurfkiste für Yuki, die ab sofort für sie im Wohnzimmer bereit steht.

Tag 44

Nach nur 7 Wochen komme ich auf die geniale Idee, Yuki’s Bauchumfang zu messen. 43cm sind es. Nur schade, dass ich keinen Vergleichswert habe – tja, nachher ist man ja bekanntlich immer schlauer…

Tag 46

Yuki und ich fahren gemeinsam mit meiner Familie für ein verlängertes Wochenende nach St.Johann zum Skifahren. Yuki ist weiterhin entspannt. Sie hat wieder weniger Lust auf ihr Futter und isst stattdessen gerne Ziegenmilch-Joghurt, Karotten und das ein oder andere ausgewählte Stück Fleisch.

Woche 8

Tag 50

Langsam wird es ernst – nur noch zwei Wochen bis zum errechneten Geburtstermin (62. Trächtigkeitstag).

Tag 51

Yuki isst immer weniger, ihr Bauchumfang beträgt nun 47cm. Die kleine Maus sieht auch wirklich aus wie eine wandelnde Tonne. Trotzdem hat sie weiterhin Ausdauer und möchte auf ihre langen Spaziergänge nicht verzichten. Sogar Stöckchen bringt sie mir noch.

Woche 9

Tag 58 – Himbeer-Blätter-Tee

Die Welpen in Yukis Bauch haben nun Fell und Krallen und am aller wichtigsten: die Lungenreife der Welpen ist soweit fortgeschritten, dass sie nun auch außerhalb von Yukis Gebärmutter überlebensfähig sind. Ab heute dürfen die Welpen also kommen. Ich lasse Yuki nun nicht mehr lange allein. Yuki buddelt nachts in ihrem Körbchen und hechelt immer mal wieder. Yuki bekommt zu ihrem Futter nun auch immer ein paar Löffel Himbeer-Blätter-Tee. Wie auch bei Menschen, entspannt dieser beim Hund die Muskulatur des Beckens und lockert den Muttermund. Zudem wirkt der Tee krampflösend und beruhigend. Da der Tee den Darm stimuliert und so auch Wehen ausgelöst werden können, gebe ich ihn Yuki erst jetzt, wo die Welpen sicher geboren werden können.

Tag 59

Yuki buddelt, Yuki hechelt und erkenne ich da einen leichten schleimigen Ausfluss? Einmal geblinzelt und schon hat Madame sich geputzt.

Wir stellen schonmal alles für die Geburt bereit.

Tag 60 – Senkwehen

Yuki’s Bauch hat sich gesenkt. Zwar nicht so sehr, wie auf den Bildern, die ich mir vorher angesehen habe aber es ist ja auch ihr erster Wurf. Trotzdem: Man erkennt eine deutliche Veränderung und auch die Milchleiste ist leicht geschwollen.

Tag 61 – Tag der Geburt

Morgens ab 9 Uhr ist Yuki mal wieder am hecheln, nur dass das Hecheln diesmal anhält. Ab 12 Uhr Mittags wird das Hecheln deutlich stärker und wird von einem leichten Zittern begleitet. Yuki begibt sich in ihre Wurfkiste. Meine Züchter-Freundin meint, es kann sich nur noch um wenige Stunden handeln. Um 13:30 Uhr gehe ich mit Yuki nochmal um den Block. Sie ist unruhig, pinkelt einige Male und versucht, Kot abzusetzen. Plötzlich hat sie es sehr eilig, wieder zurück in die Box zu kommen. Wieder oben winselt Yuki ein wenig. Sie steht auf, dreht sich mehrmals und siehe da, um 13:40 ist die erste Fruchtblase zu sehen! Yuki zerplatzt die Fruchtblase mit ihrer Zunge. Ein Welpe ist noch nicht in Sicht, der liegt noch in der Scheide.

Willkommen Pantalaimon!

Um 14:20 erscheint dann das erste Köpfchen. Yuki macht ihre Sache ganz toll. Nur 17 Minuten später, um 14:37, bringt sie ihren ersten Welpen zur Welt. Pantalaimon (Pan), ein pechschwarzer Rüde mit weißen Pfoten, weißem Kinn und weißer Brust. Mit 193g der schwerste aus dem Wurf. Das Auspacken des Welpen, sowie das Abnabeln und Säubern des Welpen übernimmt Yuki ganz alleine. Wir haben uns vorab entschieden, nur im Notfall einzugreifen.

Willkommen Nori!

Und weil Yuki nunmal eine ganz flinke Maus, ist folgt um 14:45 auch schon der zweite Welpe. Wieder ein Rüde. Nori nennen wir den Kleinen. Er ist komplett weiß – damit habe ich nicht gerechnet. Mit 191g ist er der zweit-schwerste Welpe. Nun macht Yuki erstmal Pause. Sie säubert ihre Welpen, isst die Nachgeburten und die Kleinen dürfen auch schon mal an die Zitze. Die Nachgeburten versorgen die Hündin mit Energie und regen den Milchfluss an.

Willkommen Suna!

16:02. Es geht wieder los. Ein rötlich-beiges Weibchen, 177g. Wir nennen sie „Suna“ – das ist japanisch für Sand und gleichzeitig der Name einer Sonnengöttin. Passend, finden wir.

Willkommen Momo!

16:12. Die letzte und leichteste aus Yuki’s Wurf wird geboren – Momo, 170g, hellbeige.

Yuki hat es geschafft. Innerhalb von zweieinhalb Stunden bringt sie ihren ersten Wurf mit vier Welpen völlig problemlos und alleine auf die Welt. Paula und ich staunen nicht schlecht. Und da sind sie nun. Gesund, munter, winzig und laut – Pan, Nori, Suna und Momo. Ein unbeschreiblich schönes Gefühl.

Weiter geht es ab nächster Woche mit dem Welpen-Tagebuch!

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Verfasst von

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